Altersvorsorge – finanzielle Unabhängigkeit im Alter

Wie sieht meine persönliche Absicherung im Alter aus? Wer sich frühzeitig darüber Gedanken macht, kann auch rechtzeitig die Weichen für die eigene, persönliche Absicherung stellen. Denn wer sich auf die gesetzliche Rente verlässt, wird, nach aktuellem Stand, wohl den gewohnten Lebensstandard einschränken müssen, weil die gesetzliche Rentenversicherung nur noch eine unzureichende Grundversorgung leistet. Um die finanzielle Sicherheit im Alter zu gewährleisten, ist deshalb eine individuelle und auf die persönliche Lebenssituation maßgeschneiderte, private Altersvorsorge angesagt.

Mit Berufsbeginn scheint die Frage der Altersvorsorge noch so fern zu sein. Doch wer früh mit kleinen Beträgen anfängt, dem fällt der finanzielle Verzicht nicht so schwer, als wenn später größere Summen aufgebracht werden müssen.

Kleine Beiträge – große Wirkung

Dass im Laufe der Jahre aus einem kleinen Betrag eine große Summe entstehen kann, zeigt das folgende Beispiel einer Mietkaution, zu dem das Amtsgericht Köln im Juli 2022 ein Urteil gefällt hat. Hier wurden aus einer Mietkaution von 800 DM, die von der Vermieterin in eigene Aktien angelegt wurde, im Laufe von 58 Jahren 100.000 €.

(Amtsgericht Köln, 26. Juli 2022, Urteil (Az.: 203 C 199/21) https://www.juraforum.de/

Der Fall: Die Eltern der Tochter waren 1960 in die Wohnung einer Wohnungsgesellschaft im rechtsrheinischen Köln eingezogen. Im Mietvertrag war eine „Mietsicherheit“ in Höhe von 800 Mark vereinbart. Die Vermieterin durfte dies auch in eigenen Aktien anlegen. Dies geschah auch, die Aktien wurden von einem Treuhänder verwaltet. Bei Beendigung des Mietverhältnisses konnte die Vermieterin laut Mietvertrag entweder die Aktien herausgeben oder „den Nominalbetrag von 800 DM auszahlen“.

2005 zogen die Eltern in eine andere Wohnung der Wohnungsgesellschaft um. Die Mietsicherheit wurde „übertragen“, wobei lediglich aus den 800 Mark nun 409 Euro wurden.

Als beide Eltern verstorben waren, endete der Mietvertrag. Die Vermieterin zahlte die Kaution an die erbende Tochter zurück: 409 Euro. Demgegenüber forderte die Tochter Herausgabe der Aktien, die inzwischen einen Wert von über 100.000 Euro haben. Das Amtsgericht Köln gab ihr nun recht.

Hintergrund ist eine Mietrechtsänderung aus dem Jahr 2001. Bis dahin musste die Mietkaution immer auf einem Sparbuch angelegt werden. Erst die Änderung machte es möglich, dass Mieter und Vermieter „eine andere Anlageform vereinbaren“.

Nach diesen neuen Vorschriften stehe ein mit der Kaution erwirtschafteter Gewinn „unabhängig von der gewählten Anlageform dem Mieter zu“, betonte das Amtsgericht. Davon abweichende Vereinbarungen seien unwirksam…

Dieses Beispiel ist außergewöhnlich und wird die meisten von uns nicht betreffen. Es zeigt aber, dass sich bei der richtigen Anlage aus kleinen Beträgen große Summen entstehen können.

Richtig vorsorgen – Verschiedene Vorsorgemodelle

Wie können Sie persönlich für Ihre finanzielle Unabhängigkeit im Alter vorsorgen? Hier sind einige Vorschläge für Ihre Absicherung:

Betriebliche Altersvorsorge

Die Betriebliche Altersvorsorge (bAV) bezeichnet Leistungen, die ein Arbeitnehmer von seinem Arbeitgeber erhält. Diese „Betriebsrente“ ist eine steuer- und sozialversicherungsvergünstigte Vorsorge für Arbeitnehmer. Seit 2002 hat jeder Arbeitnehmer einen gesetzlichen Anspruch auf betriebliche Altersversorgung durch Entgeltumwandlung. Das heißt, jeder Arbeitnehmer kann Teile seines künftigen Gehalts oder Sonderzahlungen (z. B. Weihnachts- oder Urlaubsgeld) in Beiträge zu einer bAV umwandeln und sich somit eine Zusatzrente aufbauen. Damit sich die betriebliche Altersvorsorge lohnt, gilt als Faustregel, dass sich der Arbeitgeber zu mindestens 20 Prozent am Beitrag beteiligen sollte. Ist der Zuschuss niedriger, sollten Interessierte mithilfe eines Vorsorgeexperten durchrechnen, ob die bAV für sie persönlich sinnvoll ist.

Im Unterschied zur privaten Altersvorsorge zahlt der Arbeitnehmer also seinen Beitrag nicht selbst ein, sondern überlässt dies dem Arbeitgeber. Der zahlt die Beiträge in der Regel direkt aus dem unversteuerten Bruttogehalt in einen Vorsorgevertrag, zum Beispiel mit einer Versicherungsgesellschaft, ein.

Der größte Nachteil der betrieblichen Altersvorsorge ist, dass sie bei der Auszahlung versteuert werden muss und Sozialabgaben anfallen. Zudem kann es zu Problemen bei einem Arbeitergeberwechsel kommen, wenn die neue Arbeitgeberin bzw. Arbeitgeber den bAV-Vertrag nicht weiterführen möchte.

Private Rentenversicherung

Sie haben die freie Wahl bei der Anlageform und eine garantierte, lebenslange Rente.

Eine private Rentenversicherung lohnt sich grundsätzlich für jeden, der seinen persönlichen Lebensstandard im Alter erhalten möchte. Die gesetzliche Rente wird dabei durch eine private Altersvorsorge ergänzt.

Als Faustregel gilt: Ihr Beitrag zur privaten Rentenversicherung sollte in etwa zehn Prozent des Bruttoeinkommens betragen, rät Stiftung Warentest.

Grundsätzlich werden drei Varianten der privaten Rentenversicherung unterschieden:

Klassische Rentenversicherung

Bei der klassischen privaten Rentenversicherung wird eine lebenslange Rente gezahlt, egal wie alt die versicherte Person wird. Das angesparte Kapital setzt sich aus seinen eingezahlten Beiträgen, einem garantierten Zinssatz und den erwirtschafteten Überschüssen des Unternehmens zusammensetzt. Die Beiträge werden sicherheitsorientiert angelegt, meist in festverzinslichen Anleihen. Eine Mindestverzinsung wird garantiert, ist aber in Zeiten von niedrigen Zinsen ebenfalls niedrig.

Fondsgebundene Rentenversicherung

Bei dieser Rentenversicherung werden die Beiträge in Investmentfonds, meist in Aktienfonds, angelegt. Diese Versicherung verspricht höhere Renditen, ist aber auch von den Schwankungen am Markt abhängig. Es ist daher nicht sicher, in welcher Höhe die spätere Rente ausbezahlt wird.

Hybride Rentenversicherung

Hierbei werden die beiden vorgenannten Rentenversicherungen kombiniert. Die Beiträge werden zu unterschiedlich hohen Risiken angelegt, die Renditen, aber auch die Risiken liegen entsprechend auch zwischen den beiden oben genannten Varianten.

Riester-Rente

Die Riester-Rente hilft dabei, sich eine private Altersvorsorge aufzubauen und so die gesetzlichen Rentenzahlungen zu ergänzen. Vorteil dieser Versicherung: Riester-Verträge als Form der privaten Altersvorsorge werden durch staatliche Zuschüsse und steuerliche Vorteile gefördert. Vor allem Familien und Bezieher bzw. Bezieherinnen geringer Einkommen profitieren von der staatlichen Förderung.

Wie stark man von den Vorteilen der Riester-Rente profitieren kann, hängt von der beruflichen Situation, dem Einkommen und der Anzahl der Kinder ab. Wegen der personenbezogenen Förderung ist Riester für Geringverdiener besonders sinnvoll. Fast 40 Prozent der geförderten Riester-Sparer verdienen weniger als 20.000 Euro pro Jahr. Unter der Einkommensgrenze von 30.000 Euro liegen annähernd 60 Prozent.

Basisrente (Rürup-Rente)

Die Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, ist eine private Altersvorsorge mit staatlicher Förderung und bietet Steuervorteile für Selbstständige und Arbeitnehmer.

Vor allem Selbstständige müssen privat vorsorgen, um im Alter abgesichert zu sein. Diese Bevölkerungsgruppe unterstützt der Staat mit der Rürup-Rente. Diese ist vor allem für Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, sowie gut verdienende Arbeitnehmer und Beamte sinnvoll. Sie alle können von hohen Steuervorteilen auf die eingezahlten Beiträge profitieren. Anders als bei der gesetzlichen Rentenversicherung, die durch ein Umlageverfahren mit den Beiträgen die heutigen Rentner finanziert,  wird bei dieser Rente privat für die einzahlende Person angespart. Auch hier gibt es unterschiedliche Anlageformen.

Die Beiträge für eine Rürup-Rente können von der Steuer abgesetzt werden, die Auszahlungen werden dann im Ruhestand versteuert.

Immobiliensparen

Finanzielle Vorteile und Sicherheit im Alter durch das Wohnen im Eigenheim

Immobilien sind eine wichtige Anlageform, die viele Vorteile für die Absicherung im Alter bieten. Schon in jungen Jahren ist das Wohnen im Eigenheim sehr attraktiv. Finanziert wird die selbstgenutzte Immobilie mit monatlichen Beiträgen während der aktiven Berufstätigkeit, im Ruhestand profitiert  man dann von der mietfreien Immobilie und muss nur noch für die Nebenkosten sorgen.

Besonders interessant ist die Anschaffung einer Immobilie, wenn die monatlichen Raten für Eigentumswohnung/-haus nur gering die eigenen Kosten für die genutzte Mietwohnung übersteigen. So kann, statt Miete zu zahlen, schon für die eigene Zukunft angespart werden.

Statt der Eigennutzung kann eine Immobilie auch für die Vermietung angeschafft werden. Mit den Mieteinnahmen werden dann die monatlichen Raten gedeckt. So kann im Alter eine schuldenfreie Immobilie genutzt oder als Einnahmequelle weiter vermietet werden.

Lebensversicherung

Sie schützt die Hinterbliebenen vor finanziellen Risiken und Verpflichtungen

Lebensversicherungen sichern die wirtschaftlichen Risiken von Tod oder Invalidität ab, dienen aber auch der privaten Altersversorgung. Eine Lebensversicherung wird meist auf eine bestimmte Person abgeschlossen und dient zunächst einmal der Versorgung der Hinterbliebenen. So muss z. B. ein Haus nicht verkauft werden, wenn im Falle des Todes oder der Invalidität die monatliche Abzahlung des Hauses durch die Lebensversicherung abgesichert ist.

Eine Lebensversicherung kann aber auch als Altersvorsorge genutzt werden. Während der Laufzeit ist ein bestimmtes Risiko abgedeckt, mit Ablauf der Versicherung wird ein Kapitalbetrag ausbezahlt. Hierbei kann mit der Versicherungsgesellschaft eine Einmalzahlung oder aber eine monatliche Ratenzahlung vereinbart werden.  

Kinder-Vorsorgemanagement

Sichern Sie die finanzielle Zukunft Ihrer Kinder und Enkel, schon jetzt

Früher wurde mit der Geburt eines Kindes ein Sparbuch angelegt. Auf dieses Sparbuch kamen dann die Geldbeträge, die das Kind z. B. bei Geburtstagen, Weihnachten geschenkt wurden.

Ein Sparbuch ist bei heutigen Null-Zinsen keine gute Option mehr. Wer für seine Kinder frühzeitig sorgen möchte, für den gibt es verschiedene Möglichkeiten:  Zunächst sollten die Folgen von Unfällen und Krankheiten abgemildert werden. Je nach Alter des Kindes ist eine Krankenzusatzversicherung, eine Berufsunfähigkeitsversicherung, private Haftpflichtversicherung und eine  Unfallversicherung sinnvoll.

Es kann aber auch schon frühzeitig mit kleinen Beträgen, z. B. mit dem Kindergeld, ein Startkapital für die Zukunft angespart werden. Hier kommen verschiedene Formen der oben genannten Anlegeformen in Frage. Mit kleinen Beträgen kann auch ein Aktienfond erworben werden, der im Laufe der Jahre ein gutes finanzielles Polster ergeben kann, wie unser Eingangsbeispiel zeigt.

Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung

Im Falle einer Erwerbsunfähigkeit sind Sie und Ihre Familie finanziell abgesichert

Zunächst einmal der Unterschied: Eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) tritt in Kraft, wenn die versicherte Person ihren Beruf nicht mehr ausüben kann. Dagegen zahlt die Erwerbsunfähigkeitsversicherung (EU) erst, wenn die versicherte Person dem Arbeitsmarkt gar nicht mehr zur Verfügung steht. Wer seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, könnte also noch in einem anderen Beruf eingesetzt werden. Eine BU tritt also viel eher ein als eine EU.

Beide Versicherungen schützen vor dem finanziellen Risiko, wenn die versicherte Person berufs- oder erwerbsunfähig wird und das monatliche Einkommen wegfällt.

Die Berufsunfähigkeit tritt ein, wenn eine Person in ihren bisherigen Beruf voraussichtlich länger als 6 Monate nicht mehr arbeiten kann. Gründe können ein Unfall, eine vorübergehende oder eine dauerhafte Krankheit sein.

Dagegen gelten Beschäftigte als erwerbsunfähig, wenn sie aufgrund von körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung nicht mehr oder nur stark eingeschränkt am Berufsleben teilnehmen können.

Da die staatliche Unterstützung im Fall einer Berufsunfähigkeit im Jahr 2001 stark eingeschränkt wurde, empfiehlt es sich, privat vorzusorgen und die eigene Existenz abzusichern. Auch hier gilt: Je früher eine Berufsunfähigkeitsversicherung abgeschlossen wird, umso geringer sind die monatlichen Beiträge, die Gesundheitsprüfung ist leichter oder fällt ganz weg und die versicherte Person ist bereits in frühen Jahren abgesichert. Unfälle oder Krankheiten können jederzeit eintreten, auch in jungen Jahren.

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Wem jetzt der Kopf schwirrt, welche Altersvorsorge die richtige ist, dem empfehlen wir ein Gespräch mit dem Vorsorge-Experten.

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