Identitätsdiebstahl – So können Sie sich wehren und zusätzlich versichern.

Viele Menschen sitzen Jeden Tag vor dem Computer und surfen sowohl privat, als auch beruflich im Internet. Sie gehen ihrer Arbeit nach, und machen sich wenig Gedanken über so etwas Abstraktes, wie einen Identitätsdiebstahl. Allerdings kann es sehr schnell konkret und brenzlig werden, wenn das eigene Gesicht oder der eigene Name in die Hände von Betrügern gelangt. Wie also kommen die Täter an Ihre Daten? Und wie können Sie sich schützen? Spoiler: Sie können sich dagegen auch versichern lassen!

Am häufigsten werden Identitäten von Persönlichkeiten gestohlen, die im Internet über die verschiedensten Kanäle stark präsent sind. Doch wie gehen die Betrüger eigentlich vor? Ein Beispiel mit einer fiktiven Persönlichkeit, soll das verdeutlichen. Marius Müller ist Moderator, freier Journalist und Keynote-Speaker. Eines Tages bekommt er eine Nachricht aus Argentinien, die ihm Betrug in unzähligen Fällen vorwirft. Mehr als 100 Fotos und Videos von verschiedensten Veranstaltungen, auf denen Marius aufgetreten ist, sind im Internet zu finden und großzügig auf verschiedene Social-Media-Portale verteilt. Nichts Ungewöhnliches für jemanden, der seine Person, seine Stimme und sein Auftreten professionell vermarktet.

Genau hier greifen die Betrüger an. Sie nutzen die Fotos von einer Veranstaltung und werben mit seinem Gesicht für Investitionen in Kryptowährungen. Allerdings heißt Marius Müller in der Werbung der Betrüger nicht Marius Müller, sondern Mario Svensen und stammt angeblich aus Dänemark. Opfer dieser Betrugskampagne verloren etwa 600.000 US-Dollar und sind nun auf der Suche nach dem Gesicht, das sie dafür verantwortlich machen und finden Marius Müller. Marius ist Opfer von Identitätsmissbrauch geworden.

Kriminelle haben durch die zunehmend intensive Internetnutzung leichtes Spiel, die Identität eines anderen Menschen zu stehlen. Rund 40 Prozent der Internetnutzer in Deutschland sind schon einmal Opfer eines sogenannten Cyberangriffs geworden. Das belegt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Was genau ist Identitätsdiebstahl?

Jeder Internetnutzer hat eine digitale Indentität. Diese Identität gründet sich auf personenbezogene Daten und Aktivitäten des Nutzers. Meist wird aus Identifikations- und Authentifizierungsdaten auf die Identität einer Person geschlossen, also zum Beispiel durch Login-Daten wie Name und Passwort. Kommen Dritte ins Spiel, die die Daten missbräuchlich nutzen, so spricht man von Identitätsmissbrauch. Rechtlich gesehen ist dies nämlich kein Identitätsdiebstahl, da man einer Person ihre Identität nicht wortwörtlich „wegnehmen“ kann.

Durch den Daten- bzw. Identitätsmissbrauch gelangen die Betrüger an weitere Daten, schaffen falsche Tatsachen und betreiben Rufschädigung. Aktuell ist Identitätsmissbrauch durch Privatpersonen in Deutschland nicht als Tatbestand im Strafrecht aufgenommen.  Allerdings kann je nach Einzelfall ermittelt werden, um welche Strafrechtsform wie Computerkriminalität, Betrug oder Erpressung es sich handelt.

Wie kommen die Betrüger an meine Daten?

Häufig müssen Kriminelle nicht lange recherchieren, um an persönliche Daten für den Identitätsdiebstahl zu kommen.  Gerade in Social Media finden sich Unmengen an Informationen die oft bereitwillig und ohne Bedenken der Nutzer geteilt werden. Eine andere Möglichkeit, sind die sogenannten Phishing-Mails. Sie können sowohl für die Installation von Schadprogrammen als auch für den Missbrauch von Identitäten genutzt werden.

Aber auch Datenlecks bei Unternehmen sind eine Möglichkeit, an personenbezogene Daten zu kommen. Hierbei erschleichen sich Dritte den Zugriff auf sensible Daten (z. B. Namen und Passwörter), die durch Softwarefehler offengelegt wurden. Besonders gefährlich ist es, wenn sich diese vertraulichen Daten im Darknet wiederfinden.

So können Sie sich schützen!

Einen 100%igen Schutz bei der Nutzung des Internets gibt es nicht. Allerdings können Sie ´Maßnahmen ergreifen, um sich zu schützen.

  • Machen Sie in sozialen Netzwerken nicht alles öffentlich. Nutzen Sie vielmehr die Möglichkeiten, die Facebook und Co. bieten, um für mehr Datenschutz zu sorgen.
  • Verwenden Sie separate E-Mail-Konten für soziale Netzwerke.
  • Nutzen Sie, wenn angeboten, die Zwei-Faktor-Authentifizierung: Anmeldeversuche müssen dann noch über ein zweites Gerät bestätigt werden, zum Beispiel mit einem Code, den Sie per SMS zugeschickt bekommen.
  • Vorsicht vor Phishing-E-Mails: Nicht auf Links von unbekannten Absendern klicken.
  • Lassen Sie sich nicht mit vollem Namen und Anschrift in Telefonbücher und Verzeichnisse eintragen bzw. veranlassen Sie die Löschung dieser Daten.

Surfen Sie sicher und überlegt im Internet.

Jetzt das vielleicht Wichtigste: So versichern Sie sich gegen Identitätsdiebstahl und die Folgen...

Viele Versicherungen haben mittlerweile auf das Phänomen des Identitätsdiebstahls reagiert. Sie bieten an, über sogenannte Cyberversicherungen bzw. zusätzliche Bausteine für Rechtschutzversicherungen, die finanziellen Belastungen, die sich aus Schadensersatzforderungen ergeben können, aufzufangen. Auch arbeiten Versicherungsgesellschaften oft mit einem Netzwerk aus Spezialdienstleistern zusammen, die z. B. Alarm schlagen, wenn Kredit- oder Kontodaten der Versicherten im Darknet auftauchen. IT-Spezialisten retten vermeintlich verlorene Daten und Anwälte setzten sich für die Löschung illegaler Inhalte ein.

Sollten Sie noch Fragen haben oder mehr Informationen zu möglichen Versicherungen brauchen, zögern Sie bitte nicht, mich zu kontaktieren. Ich berate Sie gerne!

AFC Frahmke

Mo
8.30 - 13.00 Uhr
14.00 - 18.00 Uhr
Di
8.30 - 13.00 Uhr
Mi
8.30 - 13.00 Uhr
14.00 - 18.00 Uhr
Do
8.30 - 13.00 Uhr
Fr
8.30 - 15.00 Uhr
Sa
nach Vereinbarung