Identitätsdiebstahl – So können Sie sich wehren und zusätzlich versichern.

Jeden Tag sitzen viele Menschen vor dem Computer. Sie gehen ihrer Arbeit nach, sie surfen in der Freizeit im Internet und machen sich wenig Gedanken über einen Identitätsdiebstahl. Allerdings kann es brenzlig werden, wenn das Gesicht oder der Name in die Hände von Betrügern gelangt. Wie kommen Täter an die Daten und wie kann man sich schützen?

Am meisten werden Identitäten von Persönlichkeiten gestohlen, die eine hohe Präsenz im Internet vertreten. Wie gehen die Betrüger vor? Ein Beispiel mit einer fiktiven bekannten Persönlichkeit. Marius Müller ist Moderator, freier Journalist und Keynote. Eines Tages bekommt Marius eine Nachricht aus Agentinnen in der ihm Betrug vorgeworfen wird. 100 Fotos und Videos von den verschiedensten Veranstaltungen sind im Internet zu finden und großzügig auf den verschiedene Social-Media-Portalen verteilt. Nichts Ungewöhnliches für jemanden, der seine Stimme und sein Auftreten professionell vermarktet.

Genau hier greifen die Betrüger an. Sie nutzen die Fotos von einer Veranstaltung und werben mit seinem Gesicht für die Investition in Kryptowährung. Allerdings heißt Marius Müller in der Werbung der Betrüger nicht Marius Müller, sondern Mario Svensen und stammt angeblich aus Dänemark. Opfer der Betrugskampagne verloren um die 622.000 US-Dollar und sind nun auf der Suche nach dem Gesicht, das sie dafür verantwortlich machen und finden Marius Müller.

Marius ist Opfer von Identitätsmissbrauch geworden. Kriminelle haben durch die intensive Internetnutzung ein leichtes Spiel die Identität eines anderen Manschens zu klauen. Rund 40 Prozent der privaten Internetnutzer in Deutschland sind  schon einmal Opfer eines Cyberangriffs geworden. Das belegt eine repräsentative YouGov-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Was genau ist Identitätsdiebstahl?

Jeder Internetnutzer hat eine digitale Indentität. Diese Identität beinhaltet bersonenbezogenen Daten und Aktivitäten des Nutzers. Meist wird aus Identifikations- und Authentifizierungsdaten auf die Identität einer Person geschlossen, also zum Beispiel durch Login-Daten wie Name und Passwort. Kommen Dritte ins Spiel, die die Daten missbräuchlich nutzen, so spricht man von Identitätsmissbrauch. Rechtlich gesehen ist dies kein Identitätsdiebstahl, da man einer Person ihre Identität nicht wortwörtlich „wegnehmen“ kann.

Durch den Daten bzw. Identitätenmissbrauch können die Betrüger an weitere Daten gelangen oder falsche Tatsachen schaffen und Rufschädigung betreiben. Aktuell ist Identitätsmissbrauch durch Privatpersonen in Deutschland nicht als Tatbestand im Strafrecht aufgenommen.  Allerdings kann je nach Einzelfall ermittelt werden um welche Strafrechtsform wie Computerkriminalität, Betrug oder Erpressung es sich handeln kann.

Wie genau kommen Kriminelle an meine Daten?

Häufig müssen die kriminellen nicht lange recherchieren um die persönlichen Daten für den Identitätendiebstahl zu bekommen.  Gerade im Social Media finden sich Unmengen an Informationen die bereitwillig und ohne Bedenken der Nutzer geteilt werden. Eine andere Masche sind die sogenannten Phishing-Mails. Sie können sowohl für die Installation von Schadprogrammen als auch für den Missbrauch von Identitäten genutzt werden.

Aber auch Datenlecks bei Unternehmen sind für Kriminelle eine Möglichkeit um an personenbezogenen Daten zu kommen. Hierbei erhalten Dritte Zugriff auf sensible Daten (z.B. Namen und Passwörter), die durch Softwarefehler offengelegt wurden. Besonders gefährlich ist es, wenn sich diese vertraulichen Daten im Darknet wiederfinden.

Wie kann man schützen?

Einen 100% Schutz bei der Nutzung des Internets gibt es nicht. Allerdings können einige Maßnahmen getroffen werden um sich zu schützen.

  • in sozialen Netzwerken nicht alles öffentlich machen
  • separate E-Mail-Konten für soziale Netzwerke verwenden
  • Zwei-Faktor-Authentifizierung nutzen: Anmeldeversuche noch über ein zweites Gerät bestätigen, zum Beispiel mit einem Code, den man per SMS zugeschickt bekommt.
  • Vorsicht vor Phishing-E-Mails: Nicht auf Links von unbekannten Absendern klicken
  • Nicht mit vollem Namen und Anschrift in Telefonbücher und Verzeichnisse eintragen lassen

Surfen Sie sicher und überlegt im Internet.

AFC Frahmke

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